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Sexuelle Grenzverletzungen bei Menschen mit Behinderung

Der Begriff der sexuellen Grenzverletzung umfasst alle Verletzungen der Intimsphäre und sexuellen Selbstbestimmung, z. B. sexuelle Ausbeutung, Nötigung, Belästigung, Missbrauch und andere Arten sexueller Übergriffe. Sexuelle Grenzverletzungen bei Menschen mit Behinderung (beiderlei Geschlechts) liegen dann vor, wenn sie Objekt sexueller Bedürfnisse einer dritten Person werden.

Menschen mit Behinderung unterliegen einem zwei- bis dreimal höheren Risiko, Opfer von sexueller Grenzverletzung zu werden. Zudem ist die Aufklärung solcher Fälle schwierig, da Symptome wie Angst vor körperlicher Nähe, Depressionen und andere psychosoziale und psychische Folgen meist unerkannt bleiben oder fehlgedeutet werden. Einem Menschen mit Behinderung, insbesondere mit einer geistigen Behinderung, kann in gewissen Fällen nicht bewusst sein, wann eine Grenze überschritten wurde oder er kann dies nicht verbalisieren. Auch wird ihnen oft der Bezug zur Sexualität abgesprochen. Die Täter kommen meistens aus dem Umfeld der Menschen mit Behinderung: aus der eigenen Familie, dem Freundeskreis, dem Personal betreuender Institutionen etc. Übergriffe können auch zwischen Menschen mit Behinderung oder von diesen gegenüber Betreuenden passieren.

Das Medienprojekt Wuppertal plant für eine Dokumentation zu diesem Thema Interviews mit Betroffenen und deren Angehörigen sowie mit Personen aus der Arbeit mit Menschen mit Behinderung und Experten aus Beratungsstellen. Der Schutz der Intimsphäre der interviewten Personen wird hierbei gewährleistet. Die filmischen Aufnahmen werden in Absprache mit dem Interviewten durchgeführt.Die Dokumentation will dem großen Tabu der sexuellen Grenzverletzung bei Menschen mit Behinderung entgegenwirken. Themenschwerpunkte sind u. a. die psychischen Auswirkungen auf die Geschädigten, das unterschiedliche Erleben und Verarbeiten sexueller Traumatisierung, Schutz- und Risikofaktoren sexueller Übergriffe, Behinderung und Sexualität, Konzepte der Präventionsarbeit in Einrichtungen.

Der Film soll 2016 produziert werden. Nach seiner Fertigstellung wird er öffentlich im Kino präsentiert und auf DVD für die Bildungs- und Präventionsarbeit vertrieben.

Wir bitten Sie, diesen Aufruf an Betroffene weiterzugeben und diese gegebenenfalls bei ihrem Interesse der Mitwirkung in der Kontaktaufnahme mit uns zu unterstützen.

Interessierte Personen und Institutionen melden sich bitte bei:

Medienprojekt Wuppertal
Sebastian Bergfeld, Andreas von Hören
E-Mail: info@medienprojekt-wuppertal.de
Fon: 0202-563 2647