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Wuppertaler Film mit dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis ausgezeichnet

Am 9. Dezember wurde in Nürnberg das Wuppertaler Video »Holidays ndash vom Krieg überrascht« mit dem 2. Preis des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises in der Kategorie Amateurfilm ausgezeichnet.

Der Film wurde von drei 16jährigen palästinensischen Mädchen im Rahmen der Filmwerkstatt des Wuppertaler Medienprojektes produziert und im September in der 69. Ausgabe des Videomagazins borderline präsentiert. Das Preisgeld von 1.000 euro soll für eine neue Videoproduktion der Gruppe zum Thema Palästina genutzt werden.

Im Dezember wird der Film im Fernsehen (Bayrischer Rundfunk) ausgestrahlt. Der Film kann beim Medienprojekt Wuppertal für 5,- euro bestellt werden (enthalten auf
 Videomagazin borderline No. 69).




Zum Inhalt des Films:

Zwei Mädchen reisen im Juli 2006 aus Deutschland in den Libanon, um bei Verwandten Urlaub zu machen. Nach drei Tagen beginnt der Krieg. Nuhr und Lilian dokumentieren die Bombenangriffe und ihre Flucht.

Jurybegründung

»Füße, die Namen in den Sand malen, zwei junge Mädchen auf der Strandpromenade, ein überbordendes Begrüßungsbuffet der Verwandten ndash Bilder einer ganz normalen Urlaubsreise.

Doch statt von ihrem geplanten Urlaub am libanesischen Meer erzählen die beiden Mädchen Lilian und Nuhr vom Albtraum des israelischen Angriffes im Sommer 2006, in den sie unvermittelt und zufällig geraten.

Der Film geht, trotz manchmal sparsamer filmischer Mittel, unter die Haut. Plötzlich bekommen Schlagzeilen ein Gesicht, eine Stimme, einen Namen. Aus den Urlaubsphotos mit lachenden und albernen Jugendlichen werden Bilder von weinenden Verwandten, denen der Schock ins Gesicht geschrieben steht.

Durch die Nüchternheit und Ernsthaftigkeit ihrer Schilderung von Angst und Flucht erlebt der Zuschauer auf eine sehr persönliche Weise mit, was das für die betroffenen Menschen heißt: Krieg. Die Form eines chronologischen, quasi tagebuchartigen Erzählens dieser schrecklichen Tage im Juli 2006 lässt einen mitgehen, mitfühlen, hinhören. Die Privatheit der Bilder, teils unbeschwerte Schnappschüsse aus den Tagen vor dem Angriff, teils Dokumentation ihres Erlebens und ihrer Flucht, entwickeln ihre Stärke durch die Intimität und durch den Kontrast. Ein mit einfachen Mitteln gemachter Film, der berührt.«

rsaquoDeutscher Menschenrechts-Filmpreislsaquo weltweit einziger Filmwettbewerb, der sich ausschließlich dem Thema rsaquoMenschenrechtelsaquo widmet

Der rsaquoDeutsche Menschenrechts-Filmpreislsaquo wird seit 1998 alle zwei Jahre Anfang Dezember anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte verliehen. Er zeichnet herausragende Film- und Fernsehproduktionen aus, die die Bedeutung der Menschenrechte thematisieren. Zugleich würdigt der Preis den oftmals lebensgefährlichen Einsatz engagierter Filmemacherinnen und Filmemacher für den Schutz der Menschenrechte.

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis wird derzeit von 16 Veranstaltern verliehen, von bundesweit tätigen Organisationen der Menschenrechts-, Bildungs-, Kultur- und Medienarbeit, religiösen und kirchlichen Organisationen sowie kommunalen Einrichtungen. »Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis will Filmproduktionen eine Präsentationsplattform bieten, die sich mit dem Thema Menschenrechte auseinandersetzen. Uns ist wichtig, dass die Zuschauer daran erinnert werden, dass der Schutz der Menschenrechte kein rsaquoferneslsaquo Thema ist, sondern uns alle täglich berührt. Denn alle Menschenrechte müssen jeden Tag neu erkämpft werden«, so die Veranstalter.

Mehr Informationen unter: www.menschenrechts-filmpreis.de