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Pressereaktionen zum Medienprojekt Wuppertal (2005-)
- »Kultstatus sagt man dem Medienprojekt Wuppertal jetzt schon nach. Provokation ist Programm, Zensur unbekannt, und Preise sammeln die Macher wie Souvenirs. Die Jugendlichen treffen mit ihrer Themenauswahl den Nerv des Publikums und der Juroren. Mit ihrer bewusst subjektiven Sichtweise rufen sie Kontroversen hervor, die gewünscht sind.
Das Motto ist: Das bestmögliche Video für das größtmögliche Publikum. Erzählt wird, was in ihren (der Jugendlichen) Herzen und Köpfen vorgeht. In den sinnhaften oder sinnlosen Geschichten stellen sie sich selbst sexy, intelligent, witzig oder politisch dar.«
Filmbrief 02/2005
»Fünf Dokumentarfilme produzierte das Medienprojekt Wuppertal zum Thema »Interkulturelles Zusammenleben«. Erarbeitet wurden die Filme von Jugendlichen unter Mithilfe der Medienpädagogen des Projekts. Sie behandeln die Themen 'Kopftücher' muslimischer Frauen, voreheliche Beziehungen und Sexualität eingewanderter Mädchen, Diskriminierung von schwarzen Jugendlichen und das Zusammenleben von Jugendlichen unterschiedlicher Kulturen in Israel und Deutschland. (...) Die Methode »Jugendliche klären Jugendliche am besten auf« hat sich bewährt. Die prägnanten Aussagen der Protagonisten regen zum Überdenken der eigenen Einstellungen an, und die Filme werden bundesweit an Schulen, in Jugendeinrichtungen und in Beratungsstellen verwendet.«
Aktiv 01/2005
»Genauso beeindruckend wie ergreifend ist das Portrait der jungen dreifachen Mutter Maryam, die tödlich an Krebs erkrankt ist. Viele Zuschauer bedankten sich in dem anschließenden Publikumsgespräch: »Danke, dass Sie so ein Thema aufgegriffen haben.« Und: »Ich fühle mich getröstet. Toll, dass das Thema Tod so offen und ehrlich behandelt wurde.«
Westdeutsche Zeitung 05/03/2005
»Das Konzept des Medienprojektes Wuppertal ist gerade die Unterstützung von differenzierten, subjektiven medialen Artikulationen von Jugendlichen. Die vielfach ausgezeichneten, von Jugendlichen produzierten Filme haben nie den Anspruch auf Objektivität.«
II0II 01/2005
»Die Filme sind immer sehr subjektiv und manchmal auch nicht politisch korrekt.« sagt Andreas von Hören, Leiter des Projektes. »Aber dafür zeigen sie die wenig gefilterte Wahrnehmung der Jugendlichen und sind als Dokument ihrer Auseinandersetzung wichtig«.
Die Bandbreite der Wuppertaler Produktionen mit Spiel- und Trickfilmen, Langzeit-Dokus bis hin zu Musik-Clips und Shows ist wirklich enorm. Dabei sind es wie in den großen Produktionen die großen Themen des Menschseins, die filmisch immer wieder bearbeitet werden wollen: Liebe, Tod und Ungerechtigkeit. Oft in Varianten, die für diese Altersgruppe besonders aufwühlend sind: Verliebtsein, Ausgrenzung, Sex, Selbstmordgedanken, Sinn des Lebens, Gewalt, Alkohol- und Drogenmissbrauch. Schade, dass diese Perspektiven der Schülerinnen und Schüler im öffentlichen Fernsehen völlig unsichtbar sind.
So ist es besonders die Direktheit und Ungeschminktheit der Beiträge, die einem Lust auf mehr davon machen. Mit der Narrenfreiheit eines Nicht-Profis können Themen auf eine Weise angesprochen werden, wie man sie im Fernsehen nie zu sehen bekommen wird. In solchen Momenten stellt man sich mitunter schonungsloser Selbstreflexion. Die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema, das einen persönlich berührt, das ist das wichtigste Lernergebnis in der Filmarbeit, so die Jugendlichen.«
Aus einigen Kinoproduktionen kennt man inzwischen die Stadtansichten auf und in Wuppertal, die weiten Panoramen von den Bergen über das Häusermeer, die geradezu typische Belanglosigkeit seiner Mittelstandsarchitektur oder seine steilen, engen Straßen, die es auf der Leinwand wie ein bergisches San Francisco erscheinen lassen. Aber vielleicht ist das wahre Leben in noch keiner anderen Stadt der Welt durch den filmenden Blick ihrer Jungen und Mädchen so intim portraitiert worden.«
Fluter 03/2005
»Junge Filmemacher fühlen sich besonders ernst genommen. Sie können auch extreme Aussagen treffen. »Für uns ist das Ziel das Filmemachen selbst, das Publizieren.« sagt Andreas von Hören vom Medienprojekt Wuppertal. »Was die Filme der Jugendlichen so besonders macht, sind zwei Sachen: Das eine ist, dass die Filme schneller geschnitten sind, kürzere Handlungen haben und stärker pointiert sind. Die Filme malen schwarz-weißer als die Filme, die man dann später im Leben macht. Junge Filme führen meistens auf einen Konflikt, der fast in jedem Film vorliegt hin, müssen aber nicht unbedingt eine Lösung haben, wie es bei einem »normalen« Film passiert. Junge Filme haben ganz selten ein Happy End.«
Kurzweilig 01/2005
»Eine Schlüsselrolle spielen bei der Umsetzung des historisch und politisch brisanten Themas die von Jugendlichen – darunter einige jüdischer und palästinensischer Herkunft – geschaffenen Videofilme, die während er Chorszenen auf einen Schleier vor dem Bühnenportal projiziert wurden ... Dafür aber schaffen die fantasievoll gestalteten Videos eine vielfach beklemmende Atmosphäre. Sie lassen die Situation der Palästinenser ebenso erahnen wie die der Juden und bringen in die Oper eine neue Dimension hinein. Hatten bei der Uraufführung 1991 in Brüssel noch Balletteinlagen dominiert, so schlugen die Wuppertaler Macher neue Wege ein – mit Erfolg.«
dpa 20/03/2005
»Fesselnd der Film zum Chor der exilierten Juden, wo man brennende Kerzen sah, die auf einem ausgestreckten nackten Unterarm aufgestellt waren und die sich alle, bis auf die eine in der offenen Handinnenfläche, in die Haut einbrannten.«
Frankfurter Rundschau 22/032005
»Das Medienprojekt Wuppertal ist als Einrichtung beispiellos in Deutschland und Europa. Nicht umsonst hagelt es seit Jahren Preise, Festivalpräsentationen und internationale Prämierungen sogar für die Aktionsplakate. »Dass man sich spürt, dafür ist eine engstirnige Stadt wie Wuppertal ganz wunderbar. Groß genug, um Echos zu erzeugen und klein genug, um Kampagnen stadtweit laufen zu lassen. Hier gibt es viel kreatives Potenzial.«
Engels 10/2005
»Die 38 Filme sagen viel über Medienkonsum und Nutzungsgewohnheiten junger Menschen aus. Darin liegt ein vornehmlicher Reiz von »No Clip«, dieser Schlüssellochblick. Und das Wichtigste: Man langweilt sich keine Sekunde.«
Westdeutsche Zeitung 01/10/2005
»Bei der Erstaufführung (Jung und Moslem in Deutschland) vergangener Woche in Wuppertal begeisterten die Filme vorwiegend muslimisches Publikum. Immer wieder brandete spontaner Applaus auf. Begeisterungsstürme schwappten durch den Raum, als eine junge Frau über die ungerechte Behandlung als Muslima berichtete: »Warum soll eine Frau jungfräulich in die Ehe gehen, während die Männer islamischen Glaubens ihren Trieb ausleben?« Eine gelungene Inszenierung aus Bildern, Musik und Kommentaren, die auf überzeugende Weise Klischees beseitigt, zum Nachdenken anregt – und zuweilen eine Gänsehaut über den Rücken jagt.«
taz 26.11.2005
»Das Resultat ist filmisch weitgehend professionell. Zwar bleibt durch die Wahl der Gesprächspartner aus dem jeweiligen Freundeskreis der Filmer gelegentlich die perspektivische Ausgewogenheit auf der Strecke – so ist man sich unter Gleichgesinnten eben einig über den Wert des Kopftuchtragens. Zugleich profitiert das Projekt aber enorm davon, dass Fragende und Befragte einander so gut kennen. Diese Vertrauensgrundlage ermöglicht Aussagen von erstaunlicher Unverblümtheit. Zwei der vier jungen Muslima eines Films treten anonymisiert auf, damit sie nicht öffentlich zu identifizieren sind – was zeigt, wie die Dokumentationsreihe des Medienprojekts Wuppertal die Grenzen dessen auslotet, was unter den jungen Moslems schon sagbar ist und was noch nicht. Entsprechend hoch schlugen im – vorwiegend muslimischen – Publikum die Wogen von Empörung und Zuspruch bei der Uraufführung der Filme in Wuppertal.«
WDR 5 09.12.2005
»Der erste Preis ging an das Medienprojekt Wuppertal. »Die jungen Filmemacher/-innen scheuen sich nicht, dahin zu gehen, wo es weh tut, wo es im kulturellen Diskurs gilt Wände zu durchbrechen, Tabus zu hinterfragen, andere Wege aufzuzeigen«, betont Dr. Volker Bandelow, 1. Vorsitzender des PJW NRW.«
Forum 05/2005
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