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 O-Töne aus Videoproduktionen zum
Thema »Suchtprävention«


Über 2 Jahre produzierte das »Medienprojekt Wuppertal« den »Filmzyklus zum Thema Sucht«. In diesem Rahmen drehten jeweils über mehrere Monate verschiedene Jugendgruppen angeleitet durch Medienpädagogen 6 dokumentarische Features zu geschiedenen Sucht- und Drogenformen, und zwar »Ecstasy«, »Cannabis«, »Alkohol«, »Migration und Sucht« und »Essstörungen«. Alle Filme wurden in Wuppertaler Kinos uraufgeführt und werden nun bundesweit sehr erfolgreich als Bildungs- und Aufklärungsmittel an Beratungsstellen, Jugendeinrichtungen, Schulen, Medieneinrichtungen und Universitäten vertrieben. Die Projekte sollten den jeweils vom Thema »betroffenen« Jugendlichen eine Möglichkeit zur breiten medialen Artikulation mittels selbstproduzierter Videos gegenüber anderen Jugendlichen geben.

Die Filme haben 4 Wirkungsebenen:

  • Biografische Reflexion, Auseinandersetzung und Artikulationsmöglicheit für die jungen FilmemacherInnen als Subjekt und zugleich Objekt der Filme.
  • Drogen- bzw. Suchtprävention durch informelle thematische Auseinandersetzung bei jugendlichen Peers.
  • Schaffung von Drogenkompetenz bei Süchtigen, Solidaritätseffekt.
  • Politische, gesellschaftliche und persönliche Interessenvertretung gegenüber Erwachsenen und insbesondere PolitikerInnen (vor allem lokal) Die jungen FilmemacherInnen nutzten die Ihnen vermittelte Medienkompetenz und Publikationsmöglichkeit für ihr inhaltliches Interesse. Das Medium Video konnte die für sie wichtigen emotionale wie kognitive Ebene zum Thema verknüpfen und als Kommunikationsmittel anderen Jugendlichen präsentieren. So sind sie Filmemacher, Autoren, Interviewer und Interviewte zugleich und hierbei immer authentische Botschafter ihrer Message.
Videoprojekte zum Thema Sucht und Drogen:

Thema »Ecstasy«:

»Einschläge«


Wenn die Chemie beim Feiern stimmt. Eine Dokumentation über Ecstasy und Technokultur

Nicht alle Technofans nehmen Partydrogen, doch fast alle Partydrogennutzer gehen auf Technoevents feiern. 3 junge WuppertalerInnen haben über ein halbes Jahr lang versucht, diesen Zusammenhang zu ergründen. Wochenende für Wochenende besuchten sie Partys, knüpften Kontakte zu Gästen, DJs und Veranstaltern und sprachen mit ehemaligen und aktuellen DrogennutzerInnen. Im ersten Teil des Videos wird beschrieben, was Techno überhaupt ist, welche Bedeutung er für PartygängerInnen hat, wo die kulturellen Wurzeln liegen und wie sich die heutige Technoszene zwischen Massen- und Subkultur lokalisieren lässt. Hierfür wurden konventionelle, kommerzielle Veranstaltungen wie illegale Undergroundpartys besucht. Im zweiten Teil des Films geht es um den Stellenwert und der Funktion von Ecstasy und anderer Partydrogen. Wie wirkt Ecstasy im Zusammenhang mit der Musik, und was macht es interessant, solche Drogen zu nehmen? Durch Interviews mit Fachleuten werden neuste Forschungsergebnisse, Selbsthilfegruppen und neue Aufklärungs- und Präventionskonzepte skizziert.

Thema »Cannabis«:

»Stoned«


Über die Wirkungen und Folgen von Cannabis-Konsum. Eine Videodokumentation von Jugendlichen zur Legalisierung einer Alltagsdroge

Über 4 Monate erarbeitete eine Gruppe von SchülerInnen eines Wuppertaler Gymnasiums eine Videodokumentation zum Thema »Cannabis«. In dem Film werden authentisch und ausführlich die Gründe, Umstände, Wirkungen und Folgen des Konsums aus Sicht der jugendlichen NutzerInnen beschrieben. Außerdem wurden Interviews geführt mit einem Psychiater, mit der Staatsanwaltschaft, der Drogenberatungsstelle, der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, der Alternativen Grünen Hilfe und niederländischen Vertretern vom »Cannabis Street Rave 2000« Das Video will nicht mit erhobenem Zeigefinger den Konsum von Cannabis verteufeln, sondern Informationen liefern, über die Wirkungen von Cannabis aufklären. Die Jugendlichen fordern eine Legalisierung von Cannabis und machen durch den Vergleich mit der Droge Alkohol und den durch Alkohol entstehenden gesundheitlichen Schäden klar, das es sich bei Cannabis um eine verhältnismäßig harmlose und von vielen Jugendlichen genutzte Alltagsdroge handelt.

Thema »Alkohol« :

»Weil wir zusammen nicht mehr glücklich sind«


Ein Video von und über 3 Töchter von Alkoholkranken

Monique (15 Jahre), Veronika (17) und Ramona (20) sind Töchter von Alkoholikern. Für ihrem Film interviewten sie sich gegenseitig ausführlich: Zu dem Alltag und den Problemen mit der Alkoholsucht ihrer Väter, zu den Folgen der Sucht, zu den Beziehungen zu ihren Vätern und Müttern, zu den Entzugsversuchen der Väter, zu ihren Ängsten und Wünschen und ihrem eigenen Umgang mit Alkohol. Im Intro des Filmes sind biographische Fotos der Mädchen mit Familiensituationen montiert. Um die Allgegenwärtigkeit von Alkohol in der Gesellschaft zu verdeutlichen, wurden stilisierte, bekannte Filmszenen aus der Alkohol-Werbung bildlich unter die Interviews gemischt.

»Abgefüllt und trotzdem lustig«

Ein Gespräch und eine Partystudie zum Alkoholkonsum von Jugendlichen

Das Video vereint Lustvolles und Problematisierendes aus dem »ganz normalen« (Trink-)Erfahrungen von Jugendlichen. Die drei 18jährigen SchülerInnen Christina, Daniel und Mohamed des Wuppertaler Gymnasiums Vohwinkel sind FilmemacherInnen und Interviewte in ihrem Film zugleich. Für den Film führen sie ein sehr nahes Gespräch über ihren Alkoholkonsum. Formal ist das Video ein Experiment: Reden+ Drehen. Während des intensiven Gesprächs in Christina´s Küche filmen sich die drei Jugendlichen mit je einer mobilen DV-Kamera aus der Hand selbst. Um das Trinkverhalten zu visualisieren veranstalteten sie mit FreundInnen eine Party und filmten sich und sie dabei.

Thema »Migration und Sucht«:

»Kanacks & Drugs«


Ein Video nicht-deutscher Jugendlicher über ihre Erfahrungen mit Drogen

Die Videodokumentation wurde von 4 jungen Migranten zu ihren Erfahrungen mit ihrer Drogensucht unter Anleitung einer kurdischen Medienpädagogin über einen Projektverlauf von 3 Monaten produziert. Der Film zeigt authentisch aus junger, subjektiver Perspektive Informationen, Erfahrungen und Meinungen über das Leben mit Drogen zwischen den Kulturen. Die Jugendlichen erzählen von ihren unterschiedlichen Suchtverläufen (manchmal übers Kiffen) zum Spritzen oder Rauchen von Heroin, von den Fehlern von ihnen selbst und anderen, die sie süchtig machten, vom Dealen und den sich verändernden Beziehungen zu ihren Familien, von den Erfahrungen mit Polizei und Gericht und dem (Drogen)Leben im Knast, vom Ausstieg von der illegalen harten Droge zu Methadon, zu anderen weichen Drogen oder zur Abstinenz, zum Engagement gegen die Sucht. Sie beschreiben, was und wer ihnen in ihren harten Suchtphasen geholfen hat und wer nicht, und was ihnen heute hilft, clean zu bleiben. Die Geschichte eines Beteiligten wird außerdem aus der solidarischen Perspektive seiner Mutter erzählt.

Thema »Essstörungen«:

»Hungry Hearts.«


Wenn Essen ein Problem ist. Filme zum Thema »Essstörungen« von betroffenen Mädchen und jungen Frauen.

In dem Video erzählen mehrere essgestörte junge Frauen über ihren persönlichen Umgang mit Magersucht, Bulimie und Adipositas. Die sehr subjektiven Geschichten, Dokumentationen und Kurzspielfilme werden ergänzt durch Aussagen von Fachfrauen, welche insbesondere die Begrifflichkeiten und Besonderheiten der einzelnen Krankheitsbilder thematisieren. Das Video ist eine Collage all dieser Elemente und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr haben die beteiligten jungen Frauen dieses Projekt als Plattform genutzt , um über ihre persönlichen Ängste, Nöte und Hoffnungen zu berichten und über ein Tabuthema aufzuklären.

Thema »Heroin. Leben auf der Platte«:

»Dennoch habe ich Sinn«


Eindrücke aus der Wuppertaler Drogenszene. Eine Langzeitdokumentation.

5 SchülerInnen des SoWi-Kurses eines Wuppertaler Gymnasiums dokumentierten über 1 Jahr die Drogenszene auf der Wuppertaler »Platte« Döppersberg, recherchierten und führten wöchentlich Interviews mit den Süchtigen. So entstand - jenseits von PassantInnen- und PolitikerInnenvorurteilen ein Portrait des Döps, eine detaillierte Innenansicht der Süchtigen und ihrem Leben auf der Platte. Die jungen FilmemacherInnen arbeiten in ihrem Video ohne jeden erklärenden oder moralischen Kommentar. Sie lassen die Junkies mit all ihren Widersprüchen zu Wort kommen. In Form von Tagebuchaufzeichnungen reflektieren die SchülerInnen die Veränderung ihrer Gedanken und Gefühle zu den Süchtigen und zur Sucht selbst.







Weitere Produktionen zum Thema »Drogen,Sucht«: