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"Gewaltprävention"



Video "Meine Erfahrungen mit Gas-Pistolen" (Auschnitt)

Anfang der Inszenierung "Meine Erfahrungen mit Gas-Pistolen", die von einer Gruppe von 18jährigen Schülern im Rahmen des Videoworkshops "Noch mehr Mörder" an zwei Tagen produziert wurde.

Ich bin ein lieber und friedvoller Junge in einem jugendlichen Alter, und doch empfand ich den Morgen als etwas zu kühl, an dem ich mir die Frage stellte, ob Gaspistolen eine aggressive Stimmung hervorrufen könnten.

Ich wollte einen Versuch starten, und so holte ich meine ersparten 400 DM von meinem Konto, mit denen ich schließlich tatenfreudig ins Waffengeschäft ging. Ich besorgte mir eine SP15 Compakt, Kaliber 9, und bekam gegen einen Aufpreis noch ein Ersatzmagazin. Ich hatte also nun zwei volle Magazine, gefüllt mit je 15 Patronen CS-Gas von der Sorte "Extra-stark".

Als ich aus dem Waffengeschäft raus ging und die Fußgängerzone entlang lief, passierte die ersten 100 Meter nichts. Doch nach 147 Metern sprach mich ein etwa siebenjähriger kleiner Junge an: "Entschuldigung, können Sie mir sagen, wie ich zu TOYS"R"US komme?" Ich kochte vor Wut. Wie kann er es wagen, mich zu siezen, wo ich doch noch jung bin. Oder sehe ich aus, als wäre ich ein alter Opa. So eine Unverschämtheit kann ich nicht auf mir sitzen lassen. Also hob ich ihn mit geballter Faust hoch und scheuerte ihm eine mit voller Wucht. Danach schmiß ich ihn auf den Boden und trat ihm nicht so fest, wie ich konnte, ins Gesicht. Schließlich bin ich ja kein Unmensch. Also so was kann einfach nicht ungestraft lassen.

Anschließend ging ich in eine Kneipe und bestellte ein Mineralwasser. "Ich hätte gerne ein Apollinaris." "Entschuldigung, wir haben kein Apollinaris da. Ich kann Ihnen nur Sinzinger anbieten." "Was, so ein scheiß Wasser soll ich runter würgen.". Sofort meisterte ich die Situation. Ich sprang über die Theke, bestand einen 180 Grad Fußtritt, der genau an der Kehle der schätzungsweise 23jährigen landete, und rollte mich dann auf dem Boden ab, so wie man es vom FBI kannte. Vorsichtshalber schoß ich noch vier CS-Gas-Patronen, 9mm, auf ihr Gesicht, damit ich auch sicher gehen konnte, daß ich von ihr nicht mehr belästigt werden würde. Vor lauter Gasnebel war es schwierig, den Ausgang wieder zu finden. Schließlich ging ich frustriert aus der Kneipe. Ich merkte, daß ich noch immer nicht zufrieden war. Nach ca. 13 Metern drehte ich mich wieder um und rannte mit der Waffe in der gehobenen Hand auf die Fensterscheibe los und trat sie schließlich ein. Jetzt konnte ich auch mit aufrechtem Gewissen sagen, daß ich zufrieden bin. So schnell beleidigt die keinen mehr. Ich hab ihr mal so richtig gezeigt, daß sie dem falschen Kerl ans Bein gepißt hat. Wetten, die haben morgen ´n Apollinaris...


Video "Jagdfieber" (Ausschnitt)

Was fasziniert die 300.000 Jäger in Deutschland beim Töten der Tiere? Interviews von drei 16jährigen Mädchen auf der Dortmunder Messe "Jagd und Hund" für ihre Reportage "Jagdfieber":

Jäger: "Bei mir ist es eigentlich nur der Reiz, die Natur zu erleben. Es geht mir nicht darum, daß ich irgendwelche Tiere totschießen kann. Tiere totschießen ist eigentlich ja nur eine Art Selektion. Man erlegt ja eigentlich vorzugsweise die Schwächeren und die Kranken."

Zweiter Jäger (zu seinem Gewehr): "Es ist praktisch unmöglich vorbeizuschießen. Ich halte das für sehr wichtig, da wir den Tieren, die wir jagen, die Schmerzen ersparen wollen."

Jägerin: "Das ist der Anreiz der Trophäe. Es ist nicht nur der Schuß selber, der dem Jäger irgendwie Aufregung und Genugtuung geben. Ich glaub, es ist einfach der Adrenalin-Rausch, der beim Schießen selbst für den Jäger da ist, und auch das Ziel gut zu treffen. Das ist ja irgendwo eine Kunst, also das Tier jetzt richtig mit einem Schuß zu treffen daß es auch sofort verendet. Ich mein, das Tier in Yukon im Busch hat ja auch eine Chance gegen den Jäger. Und wenn einer einen Bären schießt, der 30 Jahre alt ist, dann ist das durchaus ethisch zu vertreten, weil dieser Bär eh in den nächsten Jahren stirbt." "Sind Sie Tierliebhaberin"? "Ja klar ..."


Musikvideo "Frau Schröder"

Es liegt ´ne Blutwurst im Treppenhaus. Das Licht ist kaputt, doch ich kenn mich aus. Ich wohn hier schon Jahre seit dem Abitur, es sind 104 Stufen bis zu meinem Flur. Frau Schröder kommt aus der Tür und bückt sich nach Geld. Sie rutscht dabei aus. Und ich bin dabei, als Frau Schröder fällt. Sie kann nicht gut sehen, sie hat die Brille nicht auf. Sie grapscht nach der Wohnungstür, nur verfehlt sie den Knauf. Sie ruft mir noch zu: "Herr Gutzeit, ich falle!" Und das tut sie dann auch bis in die Eingangshalle. Frau Schröder liegt auf dem Rücken, atmen scheint ihr zu kompliziert. Sie stöhnt noch kurz auf, und ich bin dabei, als Frau Schröder krepiert. Das ganze Haus stinkt nach Blutwurst. Ich schleif sie beim Bein und murmel, "Frau Schröder, muß datt denn sein?" Frau Schröder ist in dem Wandschrank, vor dem Du gerade steht. Sie ist so still und du bist dabei, wenn Frau Schröder verwest. Bye bye, Frau Schröder, bye bye.


Video "Sidney" (Ausschnitt)

Splatterfilm von 15jährigen SchülerInnen

"Also wißt ihr noch damals, 1992, das stand in jeder Zeitung," beginnt das Mädchen zu erzählen. "Da war ein Gasmaskenschlitzer, der schlachtete ganze Familien ab, aber er wurde nie gefaßt. Jason erzähl weiter." "Und plötzlich verschwand er", fährt Jason fort. "Manche behaupteten er wäre an Altersschwäche gestorben. Und wiederum andere meinten, er würde nur eine kleine Verschnaufpause machen." Vier Jugendliche erzählen sich beim Lagerfeuer im Wald Horrorstorys. Doch plötzlich taucht der Serial-Killer wirklich auf...


Musikvideo "Gedicht einer Selbstmörderin" (Ausschnitt)

Der Mond hängt wie Fieber über dieser Stadt. Manchmal träume ich von mir, doch ich hab es satt. Ein Gefühl wie Eiter, fies wie kalter Rauch, nimmt mir allen Sauerstoff und schmerzt mit ihrem Hauch. Mein unbedeckter Busen riecht nach Schnee, und meine Pfirsichhaut tut mir kaum noch weh. Ich atme immer flacher, merk nicht, daß ich friere. Ich bin gern alleine, niemand schläft mehr mit mir. Der Mond hängt wie Fieber über dieser Stadt. Die Flammen umarmen mich, der Puls ist matt. Die Gardine weht ins Zimmer, berührt mein Negligé. Das zersplitterte Fenster ist das letzte, was ich seh.


Video "Wenn er geblutet hätte" (Ausschnitt)

Ein ausländischer Jugendlicher wird in der Fußgängerzone von drei anderen Jugendlichen überfallen und zusammengeschlagen. Mit versteckter Kamera werden die Reaktionen der PassantInnen beobachtet und diese dann befragt.

Opa: "Hallo, muß das denn sein, schämt ihr euch denn nicht?"

Frage: "Warum seid ihr weiter gelaufen?"

Zwei Mädchen: "Wir wollen nicht in die Situation reingezogen werden. Ich will nicht verprügelt werden."

Frage: "Warum haben sie eingegriffen?"

Ältere Frau: "Weil ich das nicht gut fand, daß sie ihn getreten haben. Ich würde das immer versuchen, auch wenn ich Angst habe."

Frage: "Warum hast du geholfen?"

Ausländischer Junge: "Weil ich gesehen habe, die waren zu dritt und der allein. Und dann habe ich gesehen, daß der Ausländer ist."

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