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 O-Töne aus Videoproduktionen zum
   Thema »Sexualpädagogik«


Die sexualpädagogischen Videoprojekte des Medienprojektes Wuppertal folgen der Analyse, dass Jugendliche in ihrer Peergroup die stärkste Auseinandersetzungs- und Lernebene finden. Jugendliche klären sich in den Videoprojekten durch die Aufarbeitung der eigenen sexuellen Erfahrungen, Wünsche und Ängste gegenseitig auf. Sie schaffen in den von ihnen hierüber produzierten Videos für andere Jugendliche eine Informations- und Auseinandersetzungsebene, die den ZuschauerInnen einen Spiegel für ihre eigene sexuelle Identität vorhalten.

Jugendliche werden insbesondere durch das zeitgemäße, realitätsnahe Medium Video und durch die eigene AutorInnenschaft (Jugendliche produzieren für Jugendliche) erreicht, da die Inhalte und die Ästhetiken der von ihnen produzierten Videos den Sehgewohnheiten und Wirklichkeiten ihrer Altersgruppe entsprechen und somit authentische Übertragungsmöglichkeiten bieten. Das Medium Video dient so als kommunikatives Transportmittel von der individuellen zur kollektiven Ebene.

Das Interesse an der Rezeption und eigenen Produktion von Videos ist weder geschlechts-, alters- noch bildungsabhängig. Eine geschlechtsspezifische Produktion ist jedoch bei Themen, die sich um die eigene (sexuelle) Identität und Geschlechtsrolle drehen i.d.R. notwendig, um eine äußerlich und innerlich unabhängige Produktion zu ermöglichen.

Zum Beispiel:

Videoprojektreihe Mädchensexualität

Abweichend zum sonstigen Konzept des Medienprojektes waren die Themen in der Videoprojektreihe »Mädchensexualität« vorgegeben und die einzelnen Gruppen meldeten sich dann zu den konkreten, für sie interessanten Themen (verschiedene lustvolle oder Probleme-schaffende Spektren von Mädchensexualität). Es fand dann zunächst eine ausführliche Selbstexploration der Gruppe statt, bevor die Videos mit inszenierten und dokumentarischen Anteilen realisiert wurden. Jeweils über mehrere Wochen wurden von den verschiedenen Mädchen- bzw. jungen Frauengruppen im Alter von 14 bis 25 Jahren Filme zu spezifischen Aspekten ihrer Sexualität erstellt. Themen waren dabei u.a. »Selbstbefriedigung«, »Menstruation«, »Das erste Mal«, »Sexualität ausländischer Mädchen«, »Eifersucht/Treue/One-night-stands«, »Anmache«, »Orgasmus«, »Lesbische Sexualität« oder »Schwangerschaft/junge Mutterschaft«. Bereits im Vorjahr hatte es eine entsprechendes Projekt mit Jungen und jungen Männern zu ihrer Sexualität (Thema »Jungenlust, Jungenfrust«) gegeben. Es zeigte sich auch jetzt wieder, dass Jugendliche die stärkste Auseinandersetzungs- und Lernebene finden, wenn sie unter ihres Gleichen sind (Peergroup).

Zum Beispiel:

Schwul-lesbischer Videoworkshop »Queer-gefilmt«

70 lesbische und schwule Jugendliche im Alter von 14 bis 26 Jahren aus Nordrhein Westfalen produzierten unter Anleitung von FilmemacherInnen vom 18. bis 20. Juli 2003 in Wuppertal 12 Kurzfilme über das lesbische bzw. schwule Leben und Lieben. Zwischen den Filmen erzählen die Jugendlichen biografisch über das Schöne und die Probleme des Schwul- bzw. Lesbischseins.

In 12 Gruppen (Gruppengröße jeweils 4 bis 8 Personen) drehten die TeilnehmerInnen innerhalb eines Wochenendes unter Anleitung von FilmemacherInnen Kurzfilme, die anschließend als Bildungs- und Aufklärungsmittel bundesweit eingesetzt werden.
Thematisch drehen sich die Kurzfilme als Selbstreflexion der TeilnehmerInnen um das lesbische bzw. schwule Leben und Lieben. Die Inhalte und Filmgenres waren frei wählbar (Dokumentation, Kurzspielfilm, Trickvideo, Experimentelles).
Die Videos konnten ernst, albern, rührend, schön oder nachdenklich sein. Eine Woche nach dem Dreh fand die Uraufführung aller Filme in dem Wuppertaler LIVE CLUB BARMEN vor ca. 250 ZuschauerInnen mit anschließender schwul-lesbischer Party statt. Das Videoband mit allen Filmen wird nun bundesweit publiziert und als Bildungsmittel zum einen zur Information und Aufklärung für (heterosexuelle) Jugendliche in Schulen, Jugendeinrichtungen o. ä. und zum anderen zur Reflexion für die lesbisch-schwule Jugendszene eingesetzt.




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